Allgemein

Gedenkstunde anlässlich des Tages des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

Anlässlich der Gedenkstunde des Deutschen Bundestages für die Opfer des Nationalsozialismus am Mittwoch im Plenum haben wir einen zutiefst bewegenden Moment des Erinnerns erlebt. Die Gedenkstunde findet jährlich rund um den 27. Januar statt – den Jahrestag der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau.

Zu Gast war die 88-jährige Auschwitz-Überlebende Tova Friedman, die eine eindringliche und klare Gedenkrede hielt – stellvertretend für die sechs Millionen ermordeten Jüdinnen und Juden.

Ihre Worte führten uns das unermessliche Leid vor Augen, das jüdische Menschen vor 80 Jahren erfahren mussten. Zugleich waren sie eine eindringliche Mahnung für die Gegenwart: bei Menschenfeindlichkeit, insbesondere bei Antisemitismus, nicht wegzusehen. Hass, so sagte sie, sei nie verschwunden – er habe lediglich neue Formen angenommen. Er habe sich angepasst.

Tova Friedman ist eine der wenigen noch lebenden Zeitzeuginnen der Shoah. Ihr zentrales Anliegen ist es, dass junge Menschen die Erinnerung weitertragen – damit dieses Menschheitsverbrechen nicht vergessen wird. Und sich vor allem niemals wiederholt.

Ihre Rede hat mich tief bewegt.

Denn ihr Satz „Nie wieder“ ist kein Satz der Vergangenheit.

Er ist ein Auftrag an uns – hier und heute.

Antisemitismus, Hass und Ausgrenzung dürfen in unserer Gesellschaft keinen Platz haben.

Nicht heute. Nicht morgen.

Wir tragen Verantwortung. Jeden Tag.

Für Erinnerung. Für Haltung. Für Menschlichkeit.

Ich danke Tova Friedman von Herzen – für ihre Stimme, ihren Mut und ihre tiefe Menschenliebe.